Mühlgangregatta 2018

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Wir freuen uns über die tollen Bilder, die uns Helmut Tezak zur Verfügung gestellt hat! Vielen Dank!

Mühlgangregatta 2018

Am Freitag hat unsere erste Mühlgangregatta stattgefunden, wir hatten großartige Teilnehmer, phantastische Moderatoren / Rennleiter und riesigen Spaß!

Vielen Dank an Alle die dabei waren und für alle Anderen – es war bestimmt nicht das letzte Mal!

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Am Morgen des 29.08.2018 tauchte am Mursteg in Graz ein neuer Wegweiser auf.

Seit jeher wird die Stadt Graz vom Gebirgsfluss Mur nicht nur topografisch in zwei Hälften gerissen. Die linke östliche Seite mit dem historischen Stadtkern und den daran anschließenden bürgerlichen Wohnquartieren gilt traditionell als die gute Seite. Am westlichen rechten Murufer liegen die ehemalige Murvorstadt, aber auch die Hauptbahntrasse sowie Gewerbe- und Industriegebiete, die sich bis heute den Charakter als Vorzone zur Stadt, als Auffangbecken für Neuankömmlinge, die klassische Arbeiterschaft und das Unangepasste und Fremde bewahrt haben. Hier finden sich auch die Hauptaustragungsorte der städtischen Weiterentwicklung der vergangenen Jahre, vom Kunsthausquartier und dem Kreativviertel Lend bis zu den großen Stadterweiterungs-gebieten jenseits des Bahnhofs. Früher bezeichnete man diese Hälfte der Stadt unverhohlen als die schlechtere, verfemte Seite. Heute ist man um Ausgleich bemüht, was sich nicht nur anhand des regen „Grenzverkehrs“ auf den Brücken darstellen lässt. Der amtierende Bürgermeister von Graz, Mag. Siegfried Nagl, hebt bei öffentlichen Anlässengerne die positiven Eigenschaften hervor. Er hat mehrfach die linke Seite als „gut“, die rechte als „cool“ bezeichnet.

Ein Unterschied muss sein, nicht alles wird gut.

Nicht nur wir fragen uns:

Wie groß ist die Unterschiedlichkeit der beiden Hälften? Spielt sie im täglichen Stadtleben eine tatsächliche Rolle? Wirken die Grenzen stärker oder die Brücken – Trennendes oder Verbindendes? Ist das Attribut „COOL“ auch gut oder meint es eine Benachteiligung und Abwertung? Ist „GUT“ immer noch gut? Wann ist ein Stadtteil gut und für wen?

 ORT: Mursteg

 

Urbs’R’Us – Hol dir deine Stadt zurück!

Blogbeitrag von Andreas Maierhofer, erschienen am 8. August 2018 auf dem Blog des Architektursommers 

https://www.architektursommer.at/urbsrus-hol-dir-dein-stadt-zurueck/

Urbs’R’Us – Eine Serie unerwarteter Ereignisse: Collage zum Thema kollektive Selbstaneignung des öffentlichen Raums © Urbs’R’Us

Die Stadt sind wir? Der urbane Raum gehört uns? Urbs’R’Us steht für einen kleinen, gemeinnützigen Verein, aktuell bestehend aus drei aktiven Mitgliedern, der sich der Wissenschaft und Kunst verschrieben hat und mit öffentlichkeitsrelevanten Aspekten des urbanen Raums beschäftigt. Die Idee schon länger im Kopf, gründen Ida Pirstinger, Birgit Schiretz und Dominik Johannes Weißenegger im November 2017 diesen Verein, um über den gesamten Zeitraum des aktuellen Architektursommers 2018 eine Serie von Interventionen, von unerwarteten Ereignissen im Großraum Graz zu planen.

Es geht um den öffentlichen Raum und somit finden auch alle Ereignisse direkt in diesem statt. Fragen wie „Was ist öffentlicher Raum?“, „Was ist überhaupt Öffentlichkeit?“, „Wem gehört der öffentliche Raum?“ und „Wofür steht der öffentliche Raum zur Verfügung?“ werden bewusst kritisch gestellt und zu beantworten versucht.

Über die Hintergründe erzählt Ida Pirstinger, es habe sich bei ihnen immer mehr der Eindruck verfestigt, der urbane Frei-Raum in Graz, und auch in vielen anderen Städten, wird der Öffentlichkeit, der freien Nutzung durch den Menschen und vor allem den StadtbewohnerInnen durch Kommerzialisierung immer mehr entzogen.

Es hat sich in Graz mehr oder weniger eingebürgert, dass der urbane Raum auf die Zurücklegung von Wegstrecken reduziert wird und ohne Vorankündigung sowie mühsames Ansuchen kann man sowieso nichts Unkonventionelles im öffentlichen Stadtraum treiben – quasi: wenn du nicht nur brav am Gehsteig entlanggehen willst, musst du um Erlaubnis fragen und wahrscheinlich auch bezahlen – zumindest glauben das die meisten Leute. Urbs’R’Us glaubt das nicht! Urbs’R’Us sagt: Der öffentliche Raum gehört uns! Wir sind die Stadt! Die ursprüngliche Definition des urbanen Raums sei, dass dieser Allgemeingut ist, den wir alle bezahlt und errichtet haben und somit auch der Allgemeinheit gehört und nicht der Stadt oder einer Behörde als abstrakter Eigentümer. Der öffentliche Raum gehört uns allen und wir dürfen dort (fast) alles! Die InitiatorInnen von Urbs’R’Us sehen also einen gewissen Missstand in der Nutzung und einen Verlust des Selbstverständnisses dafür, dass öffentlicher Raum eben eigentlich allen gehört – und das finden sie gar nicht gut!

Doch was kann man dagegen unternehmen? Urbs’R’Us versucht mit bescheidenen finanziellen Mitteln und als kleine Gruppe auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Jedoch nicht im Sinne von Protestaktionen oder langweiligen Belehrungen, sondern indem sie einfach Aktionen veranstalten, die auf eine Art und Weise unkonventionell erscheinen mögen und bei denen man auch auf die Idee kommen könnte, da müsse man um Erlaubnis fragen oder man dürfe diese gar nicht erst durchführen.

Auf humorvolle Art und Weise und mit einem kleinen Augenzwinkern wollen sie mit verschiedensten, teils auch unangekündigten „Nacht- und Nebelaktionen“, „inoffiziellen“ und „zufälligen“ Zusammenkünften von Menschengruppen zeigen, dass der urbane Freiraum genauso unser Wohnzimmer ist wie die eigenen vier Wände, und machen im städtischen Raum Dinge, die die meisten Leute nur zu Hause tun würden – wie zum Beispiel fernsehen.

Als erste Aktion im Architektursommer 2018 trifft man sich am 12. Juli nach Einbruch der Dunkelheit an sieben verschiedenen Standorten in Graz zum „Gassenkino“. Die klassische Freizeitbeschäftigung im privaten Wohnzimmer wird über Beamer aus diesem heraus auf eine gegenüberliegende Hauswand projiziert, womit man nicht mehr alleine fernsieht, sondern in der Gruppe gemeinsam auf der Straße einen Film schaut – und jeder, der vorbeikommt, kann sich dazusetzen.

Die Reaktionen dazu sind zwar durchwegs positiv, zeigen jedoch zugleich den vermuteten Missstand auf, wenn Fragen wie „Was ist das für eine Veranstaltung?“ oder „Wer seid ihr?“ gestellt werden. Dass diese Aktion einfach aus reiner Lust und Laune heraus und ohne großes Tamtam oder offiziellen Veranstalter „passieren“ könnte, vermuten wohl die wenigsten.

In diesem Sinne geht es am Mittwoch, den 8. August mit viel Humor weiter: Irgendwo wird irgendwas passieren. Wer wissen will was, der kommt um 18 Uhr zum Südtirolerplatz. (Kleiner Tipp: Newsletter abonnieren und regelmäßig die Webseite besuchen – dann erhält man schon vorab „Insider-Infos“)

Danach folgt am Sonntag, den 12. August ein sogenanntes Restlessen-Picknick auf der Grünfläche vor den Hausnummern Körösistraße 1–5. Mit Restlessen ist in diesem Fall jedoch nicht der Verzehr sämtlicher Überreste der vergangenen Woche gemeint, sondern die sinnvolle und kollektive Nutzung von mindergenutzten Rest- und Abstandsflächen im öffentlichen Raum. Mahlzeit!

Blogbeitrag von Andreas Maierhofer, erschienen am 8. August 2018 auf dem Blog des Architektursommers 

https://www.architektursommer.at/urbsrus-hol-dir-dein-stadt-zurueck/

Vielen Dank!

Anstoßen, hat am 08.08.2018 stattgefunden

Ein Experiment zum Alkoholverbot im öffentlichen Raum

Der Verlauf und das Ergebnis kurz zusammengefasst:

Wir wollten anstoßen, wir haben angestoßen, aber wir haben keinen Anstoß erregt.

Die Agenda lautete, sich an einem normalen Wochentag am Grazer Hauptplatz zu treffen und eine kleine gepflegte Party zu feiern. 15 gut bis elegant gekleidete Menschen fanden sich am frühen Abend des 8. August beim Brunnen auf der Platzmitte ein, ließen sich von einer Kellnerin die Weingläser (mit Saft) füllen, prosteten sich gegenseitig zu, tranken, unterhielten sich und warteten, was passieren würde. Es passierte nichts. Weder schritt die Ordnungswache ein noch gab es eine nennenswerte allgemeine Reaktion innerhalb der 45-minütigen Dauer des Zusammentreffens – ganz so wie man sich normales Stadtleben vorstellt (wäre da nicht die Verbotszone). Eine interessante Beobachtung konnten wir allerdings machen: Sowohl der Wachdienst als auch uniformiertes Personal der Ordnungswache beobachteten uns die ganze Zeit über aufmerksam vom Rathauseingang aus – und taten nichts…

Das Experiment beweist nichts, ist aber auch nicht gescheitert. Es hat unseren Verdacht, das Alkoholverbot könnte sich gezielt gegen bestimmte Menschengruppen richten und damit diskriminierend sein, jedoch eher bekräftigt als widerlegt.

Um Evidenz zu erlangen haben wir keine andere Wahl, als den Anstoßversuch in abgeänderter Anordnung zu wiederholen. Wir wollen es wissen, also werden wir euch an einem neuen Tag am selben Ort wiedertreffen und wieder so tun, als ob wir Alkohol konsumieren würden. Einladungen werden folgen.

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Gassenkino am 12.7.2018 – SCHÖN WARS

Foto: Michi Pletz, Gassenkino in der Kosakengasse Graz

Gassenkino

Am Donnerstag, 12. Juli bei Einbruch der Dunkelheit wurde von uns – wenige Stunden vorher via Newsletter und Facebook etc. angekündigt – an sieben Standorten gleichzeitig der öffentliche Raum der Stadt zum Wohnzimmer umfunktioniert. Ausgestattet mit Sitzgelegenheiten, dem besten selbstgemachten Popcorn aller Zeiten (danke Birgit!) und Getränken haben wir es uns auf Gehsteigen und Plätzen gemütlich gemacht und einige ausgewählte Fassaden mit unserer stummen Filmauswahl in ungewohntes, bewegtes Licht getaucht, um unser Filmerlebnis mit der Nachbarschaft und den PassantInnen zu teilen.

Positive Aufmerksamkeit erregt hat das überall, manchmal eher subtil und verhalten, manchmal ganz offen ausgelebt. Vor allem an den belebteren Standorten hat das Freiluftfernsehen durchaus für Aufsehen, neugierige Blicke, Erstaunen, vor allem aber auch für Lachen, Unterhaltung und Freude gesorgt.

Damit wurden unsere Erwartungen fürs Erste erfüllt. Es gibt aber noch Entwicklungspotential.

Die gewonnenen Erkenntnisse:

Man sollte das viel öfter machen ….

Je größer die anwesende Personenzahl, desto eher bricht die Hemmschwelle und es gesellen sich auch Fremde dazu, um am Gemeinschaftserlebnis des Gassenkinos teilzuhaben.

Orte: Kosakengasse/Barmherzige Brüder, Südtirolerplatz/HdA, Lessingstraße/TU, Annenstraße, Mariahilferstraße/Stockergasse, Fellingergasse, Hans-Resel-Gasse /Arbeiterkammer

Wir bedanken uns bei allen MithelferInnen, BesucherInnen und Interessierten, besonders bei Streetcinema Graz für den Verleih ihrer Geräte an de facto Fremde. Vielen Dank auch für die Fotos Michi, Eva, Benni und Jürgen!

Special thanks to Buster Keaton and the Warner Brothers!

Demnächst im Radio:

Bericht/Interview auf RADIO%ATTAC c/o Radio Orange

https://o94.at/radio/sendereihe/radio_attac/

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Fotos: Michi Pletz, Eva Maria Hierzer, Benjamin Melcher, Jürgen Mandl